Krisenzeiten

Der Erste Weltkrieg

Während des Ersten Weltkriegs (1914 – 1918) ruhte das Vereinsleben völlig. Der Grund war klar: 13 aktive und elf passive Mitglieder standen an der Front, fünf Kameraden kehrten nicht mehr heim.
Der Neuaufbau des Vereins nach dem Krieg wurde durch die nun folgende wirtschaftliche Not und Inflation arg gehemmt. So kostete ein Liter Bier Anfang August 1923 stolze 25000 Mark, Ende August 1923 bereits 50000 Mark. Es folgte eine Notzeit, die von Arbeitslosigkeit und politischen Kämpfen geprägt war.
Mitten in diese schwere Zeit fiel das 25-jährige Gründungsfest des Vereins, das, wie es die Umstände erforderten, schlicht und einfach begangen wurde.
Zu jener Zeit übernahm der Musikverein den instrumentalen Teil der vom „Liederkranz“ dreimal aufgeführten Operette „Wenn der Himmel voller Geigen“.
Zwei weitere Auftritte sind überliefert: im Jahre 1931 spielte der Musikverein für den Thurnauer Turnerbund – dem heutigen TSV – zum „Tag des Volkssports“ auf, und auch die zweite Veranstaltung, die Tagung des Oberfränkischen Scharfschützenbundes in Thurnau, hatte einen sportlichen Hintergrund.

Das Dritte Reich

Die Machtübernahme Adolf Hitlers hatte natürlich auch tiefgreifende Auswirkungen auf das Vereinsleben in Thurnau. Von 1933 bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs musste der Musikverein nicht nur bei verschiedenen Festen und Feierlichkeiten spielen, sondern auch diverse Aufmärsche der Nationalsozialisten musikalisch begleiten. 1936 wurde Hans Lehner zum neuen Vorsitzenden gewählt – er blieb bis 1950 im Amt. Im Zweiten Weltkrieg kam das Vereinsleben erneut gänzlich zum Erliegen. Fünf Musiker fielen an der Front.