Herbstkonzert 2012 – Musiker in Bestform

Lesen Sie hier die aktuelle Berichterstattung aus dem Nordbayerischen Kurier und der Bayerischen Rundschau zum Herbstkonzert 2012:

Thurnaus Musiker präsentieren sich in Bestform

Das Leistungsabzeichen der Kategorie D 3 erfordert großes instrumentelles Können. Nur Musiker, die jahrelang am Ball bleiben, können die Anforderungen meistern. Der 17-jährige Tobias Hahn hat das Leistungsabzeichen in Gold, wie es landläufig genannt wird, mit Bravour bestanden. Note: 1,3. Doch Starallüren hat der Zwölftklässler, der das Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium besucht, ganz und gar nicht, im Gegenteil. „Ich möchte jetzt noch mit Tuba anfangen und möchte mir ein Instrument leihen“, erklärt er.

Posaune ist Lieblingsinstrument

Zu seinem Parade-Instrument, der Posaune, kam Tobias Hahn in der dritten Klasse. „Was mir an der Posaune gefallen hat, war die Tatsache, dass man ziehen und nicht nur Klappen drücken muss“, erzählt Tobias Hahn. Bis heute hat er seine Wahl nicht bereut. Die Posaune ist noch immer sein Lieblingsinstrument. „Vor allem Big Band-Musik“ gefällt mir gut, schwärmt er.

Beim Herbstkonzert am Samstagabend in der Schulturnhalle assistierte der begabte Musiker Bürgermeister Dietmar Hofmann, der Musikerwitze in Frage-und-Antwort-Manier zusammengetragen hatte. Und beide hatten die Lacher auf ihrer Seite. Doch eine Frage blieb offen: Was macht die Tuba im Basketballkorb?

Wie immer hatte sich der Musikverein Thurnau für diesen Auftritt viel Mühe gemacht: bei der Deko, der Ausgestaltung der Schulturnhalle und natürlich der Vorbereitung des Programms. „Wir fangen gleich nach den Sommerferien verschärft mit den Proben an. Normalerweise üben wir ein Mal pro Woche, aber es gibt auch immer ein Probenwochenende, wo wir das Programm einstudieren“, gewährte Dirigent Heimo Bierwirth einen Einblick hinter die Kulissen. Persönlich hatte der Dirigent in diesem Jahr die „First Suite in Es for Military Band“ von Gustav Holst zu seinem Lieblingsstück auserkoren. Holst wollte mit dieser Komposition beweisen, dass nicht nur große Streichorchester zu feiner, anspruchsvoller Musik fähig sind, und schrieb das revolutionäre Stück im Jahr 1909 speziell für Blasmusikorchester. Die „Chanconne“ formt aus 16 Noten eine Melodie, die im Bariton beginnt und die nach und nach von allen Instrumentengruppen übernommen wird. Die Posaunen lassen diese Melodie schließlich als Umkehrung erschallen.

Der zweite Satz basiert auf Teilen des Chanconne-Themas und erfordert von den Musikern durch das flotte Tempo einiges ab. Nur eine Instrumentengruppe lehnte sich bei der „First Suite“ in Es zurück: die Trompeter. Denn die hatten von 142 Takten ganze 129 Pause. Doch im Marsch mussten auch sie ran und ihr Können beweisen.
Das Hauptorchester hatte das moderne „Flashing Winds“ im Repertoire, sorgte aber mit „Police Academy March“, mit „La Storia“ und mit den „Big Band Classics“ für gute Unterhaltung.

Gute Jugendarbeit

Richtig ins Träumen brachten die Musiker die Zuhörer mit Dimitri Schostakowitschs legendärem „Second Waltz“. Und mit der fetzigen „Rock Selection“ von Mike Sutherland und mit der „Liverpool Sound Collection von Toshihiko Sahashi“ klang das Konzert aus.

Die Zuhörer jedenfalls waren begeistert und erklatschten sich noch Axel F. und „So klingt’s aus Stadt und Land“ als Zugaben.

Auch der Nachwuchs des Musikvereins musste sich nicht verstecken. „Wir haben die beste Jugendarbeit. Wir sind da die Nummer eins“, freute sich Bürgermeister Dietmar Hofmann. Und tatsächlich hatten die jungen Musiker offenkundig ihren Spaß: Sie spielten den Dorcester Marsch, einen klassischen Kanon und das fetzige Jazzy Disco. Und bei Freddy Mercurys Bohemian Rhapsody ließen es die Teenager so richtig krachen. Die Zuhörer jedenfalls waren begeistert und forderten natürlich auch vom Nachwuchs noch eine Zugabe: Und die gewährten die Youngsters mit „I’m a believer“ nur zu gerne.

Die meisten Jugendlichen, die im Nachwuchsorchester mit von der Partie sind, haben seit drei bis vier Jahren Unterricht und sind in der fünften oder sechsten Klasse. „Die ältesten sind um die 15“, verriet Dirigent Heimo Bierwirth.

Doch krankheitsbedingt fiel ein Posaunist aus – und kurzerhand half Tobias Hahn aus. Ehrensache, denn schließlich unterrichtet der 17-Jährige ja auch schon beim Musikverein.

Beitrag von Sonja Adam aus der Bayerischen Rundschau vom 28.10.2012,
Link zum Original-Artikel: infranken.de