Musik-Kontraste bei Langer Nacht von Thurnau

 

Es war die lange Nacht von Thurnau, in der im historischen Ambiente des Schlosshofes die Rhythmen der Rockband Gery & the Johnboys wie Feuerwerkskörper in den nächtlichen Himmel flogen und die fulminanten Klänge des Musikvereins Thurnau die mehr als 400 Zuhörer zu Beifallsstürmen hinrissen.

Mit diesem echten Kontrastprogramm hatte Sponsor Hans Schwender genau den Nerv des Publikums getroffen, das von ihm organisierte 12. Schlosskonzert war musikalischer und gesellschaftlicher Höhepunkt an einem mediterranen Sommerabend.
Schon das Jugendorchester machte bei seinen fünf Auftritten eine gute Figur, die Neun-bis 14-Jährigen waren Spiegelbild einer bemerkenswerten Nachwuchsarbeit. Sie hielten prima die Balance, die Flötensoli und Benedikt Schott an der Posaune setzten extra noch Glanzlichter.
Das Hauptorchester, ebenfalls unter dem Dirigat des nonchalant plaudernden Heimo Bierwirth, erwies sich als homogener Klangkörper, der im Rausch des Beifalls zum Gipfel emporstieg. So schön harmonisch und ausgewogen intonierte man, dass selbst schwierige Passagen mit Bravour gemeistert wurden. Ob konzertant, etwas jazzig oder im dominanten Marsch, die Interpreten hatten in jedem Genre eine Heimat.
Besonders hörenswert in den „Big Band Classics“ Blues und Swing, die späte melancholische Note machte die Besucher vollends happy. Und sollte für manche das Glück noch nicht vollkommen sein, so verwandelte die Band Gery & the Johnboys alle mit schrägem Sound in eine wogende Masse. Die Fünf jagten die Phons mit unerbittlicher Wucht, aber nie überzogen, durch den Innenhof, ganz am Schluss wurde die sanfte Welle hingehaucht, da flossen sogar leichte Tränen beim Träumen.

(Quelle: www.infranken.de, am 29.7.2012, Text und Bilder: Horst Wunner)