Gregori: Ein Traditionsfest für Jung und Alt

Ausgelassen feierten Jung und Alt in Thurnau das Gregoriusfest. Für manche war es eine Premiere. Zum Beispiel für Marco Harttig und Dominik Pfaffenberger, die zum ersten Mal das Schild des Musikvereins tragen durften.

Seit wann es Gregori in Thurnau gibt, ist urkundlich nicht bestätigt. Doch das Fest für die Kinder geht auf Papst Gregor I. zurück. Als seine Gebeine im Jahr 830 umgebettet wurden, fand eine große Kinderprozession statt. Dieses Ereignisses wird seitdem mit der Veranstaltung gedacht.
Die Tatsache, dass es nächstes Jahr keine Hauptschule in Thurnau mehr geben wird, konnte die Stimmung nicht schmälern. Schließlich lachte die Sonne vom Himmel. Die Abc-Schützen, die Schüler der ersten bis vierten Klassen und die Vereine zogen – begleitet vom Musikverein Thurnau – durch die Straßen. Die Mädchen hatten ihre schönsten Kleider an, trugen Blumenkränzchen in den Haaren. Isabelle Herrmannsdörfer erzählt, dass sie sich eigens ein rotes Rosenfee-Kleid zugelegt hat, und freut sich über die bewundernden Blicke. „Ich mag eigentlich lieber Lila, aber das gestreifte rosa-weiße Kleid ist auch okay. Und das Blumenkränzchen haben wir gekauft“, verrät Sophie Hartl (6), die heuer zum ersten Mal offiziell mit von der Partie ist. „Aber ich bin in der ersten Klasse, da können wir noch keinen Tanz machen. Aber nächstes Jahr“, hat sie schon ein klares Ziel vor Augen und schaut mit ihrer Schwester Lisa (2) den Großen zu.
Monique Aepfelbach (5) reiht sich am Brunnen in den Festzug ein – wie alle Vorschulkinder. „Nächstes Jahr bin ich auch dabei. Denn dann komme ich in die Schule. Ich freue mich schon, wenn ich mitlaufen darf“, erzählt sie. Mit ihrem rot-grünen Kleid und dem Blumenkörbchen ging sie glatt als echtes Gregori-Madla durch.
Besonders gefordert waren die Mütter der Viertklässler. Sie trugen die prächtigen Blumenbögen und zeigten auf dem Festplatz den traditionellen Bogentanz. Wochenlang hatten sie dafür geübt. Doch alles klappte wie am Schnürchen.
Die Zweitklässler recycelten alte Hemden der Papas und bemalten sie im afrikanischen Stil. Denn schließlich musste das Outfit zum Tanz „Simama Kaa“ passen. Die Drittklässler entführten die Gäste ins Land der Blaukarierten, und die vierten Klassen zeigten, was passiert, wenn zwei Gangs aufeinander treffen – als Breakdance. Und auf Begeisterung stieß außerdem die Pinguinpromenade, „Schoolspirit” und „We will rock you“, vorgeführt von der Bläserklasse unter der Leitung von Heimo Bierwirth.
Richtig Spaß hatten die Kinder beim Eierlaufen, beim Dosenwerfen, beim Sackhüpfen. Und auch beim Armbrustschießen testete so mancher seine Treffsicherheit. Schließlich hatten sie einen prominenten Schützen in den Reihen. Denn Stefan Menzel wurde nicht nur Schützenkönig im Armbrustschießen, sondern am gleichen Tag von Bürgermeister Dietmar Hofmann auch noch als Jungkönig im Luftgewehrschießen proklamiert. Außerdem stand ein Kletterbaum zur Verfügung und wurd ein Teppichfliesen-Wettlauf veranstaltet.
Nach einem ausgefüllten, actionreichen Nachmittag zogen die kleinen und großen Gregorifans schließlich mit Lampions wieder zum Marktbrunnen. Und so mancher seufzte, dass doch jeder Schultag so schön sein könnte. Natürlich beginnt heute der Unterricht erst später…

[Artikel aus der Bayerischen Rundschau vom 05.07.2011, Quelle: http://www.infranken.de/nachrichten/lokales/kulmbach/Ein-Traditionsfest-fuer-Jung-und-Alt;art312,178998]